Zurzeit spreche ich viel mit Eltern von Kindern mit Hemiparese.
Und was mir auffällt:

Eltern werden ganz oft damit konfrontiert, was ihr Kind alles nicht kann, wo es sich verbessern muss, wo es Baustellen hat; 

in Gesprächen mit Erziehern in der Kita, beim Arztbesuch, manchmal auch während der Therapie des Kindes. Viele Erwachsene mit Handicap kennen das auch – der ständige Fokus auf das, was noch nicht läuft.

Und das erzeugt natürlich alles andere als gute Gefühle!

Im Gegenteil, es sorgt für Stress, Unsicherheit, vielleicht auch Wut.
Und oft führt es auch dazu, dass Eltern selbst umso mehr darauf achten, was bei ihrem Kind alles nicht geht. Das „Problem“ mit der Hemiparese wird größer und größer!
Vielleicht kennst Du das von Dir, wenn Du Mama oder Papa bist.

Ein einfacher, aber wirkungsvoller Tipp:

Schnapp Dir Zettel und Stift und schreibe die Stärken Deines Kindes auf. Alles, was Dein Sohn, Deine Tochter bereits gelernt hat, was er/sie gerne macht, was Du an ihm/ihr schätzt und liebst.

Ist Dein Kind z.B. besonders hilfsbereit gegenüber anderen? Malt es besonders gerne? Ist es besonders neugierig oder aufmerksam? Hat es Ehrgeiz und möchte alles schaffen?

All das mal aufzuschreiben, verändert (wieder) den Blick auf das Kind. Man sieht nach wie vor, was es vielleicht noch nicht so gut schafft, man sieht aber auch schon die vielen kleinen und großen Dinge, die es bereits gelernt hat. Und damit vor Augen lässt sich ganz anders über die anstehenden Herausforderungen des Kindes nachdenken und planen.

Unser Gehirn ist dann raus aus dem Negativ-Fokus. Und das ist unglaublich wichtig, wenn es darum geht, Lösungen bzw. neue Handlungsmöglichkeiten zu finden. Das geht nämlich am besten, wenn es uns gut geht oder wir zumindest in einer neutralen Stimmung sind.

Mein Tipp vor anstehenden Untersuchungen oder „Einschätzungs-Gesprächen“ Deines Kindes:

Lese Dir im Vorfeld noch einmal Deine Notizen mit den Stärken Deines Kindes durch. Wenn`s im Gespräch dann mal wieder viel darum geht, was es noch nicht kann, hast Du parallel die Stärken und bisherigen Erfolge Deines Sohns bzw. Deiner Tochter im Kopf.

Vielen meiner Eltern-Klienten hilft das dabei, während und auch nach dem Gespräch in einem
neutralen Zustand zu bleiben; eben nicht in Stress und negative Gefühle abzutauchen, sondern weiterhin in Lösungen und Möglichkeiten zu denken.
Mir hilft das persönlich auch sehr vor Arztbesuchen, mir nochmal meine Erfolge und Fähigkeiten in Erinnerung zu rufen.

Probier`s aus! Ganz viel Spaß beim Aufschreiben und Entdecken der Stärken Deines Kindes.

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