Schlaganfall PrognoseIn letzter Zeit bin ich immer wieder Menschen begegnet, die nach einem Schlaganfall die Prognose bekommen haben:  Sie können ihre Hemiparese bzw. Hemiplegie jetzt gar nicht mehr oder nur noch minimal verbessern.

Die häufigste Begründung dafür:

„Was sich innerhalb eines Jahres nach dem Schlaganfall/dem Unfall nicht verbessert, das wird auch nicht mehr besser!”

Um ehrlich zu sein, machen mich Aussagen wie diese inzwischen richtig wütend!

Denn mittlerweile ist sehr gut wissenschaftlich belegt:

Unser Gehirn besitzt die Fähigkeit, sich ein Leben lang zu verändern…

Gehirn nach Schlaganfall… und zwar hinsichtlich seiner Struktur und auch hinsichtlich seiner Funktionsweise. Man spricht hierbei auch von der „Neuroplastizität” des Gehirns.

Gehirnareale, die aufgrund eines Schlaganfalls oder eines Unfalls beschädigt wurden, können sich durch die Bildung neuer Neurone (Nervenzellen) regenerieren. Man spricht hierbei von Neurogenese.

Und benachbarte Hirnregionen, die nicht von der Schädigung betroffen sind, können Funktionen der beschädigten Hirnregion übernehmen.

Somit sind wir sehr wohl dazu in der Lage, Dinge, die gerade nicht funktionieren (wieder) zu erlernen; und das eben ein Leben lang.

Das heißt: Auch, wenn der Schlaganfall/Unfall schon länger her ist oder, wie bei mir, vorgeburtlich passiert ist, können wir später immer noch Neues mit unserer Hand/unserem Fuß lernen!

Trotzdem hauen viele nach wie vor diese negativen Prognosen raus!

Ich habe in meiner Kindheit auch immer wieder gehört:
„Du wirst Deine Finger wahrscheinlich nie richtig einsetzen können.”
„Dein Fußheber funktioniert einfach nicht!”
oder auch:
„Du kannst jetzt nichts mehr an Deiner Hemiparese verbessern. Sie bleibt jetzt so wie sie ist!”

Hammer ist:
Vieles von dem, was mir Ärzte gesagt haben, was ich alles nicht schaffen würde, kann ich inzwischen. Erst neulich habe ich meinen Fußheber aktiviert bekommen; nach 25 Jahren!

Verstehe mich bitte richtig:

Viele viele Ärzte und Therapeuten machen einen super Job!

Daumen hoch SmileyUnd wir brauchen Ärzte; z.B. für die Erstellung der Diagnose. Wir müssen wissen, was mit uns los ist, was uns fehlt. Wir brauchen manchmal auch wichtige Medikamente oder Operationen.

Und wir brauchen Ergotherapeuten und Physiotherapeuten, die uns dabei helfen, unsere Beweglichkeit zu verbessern.

Was aber viele eben auch machen: Uns sagen, was vermeintlich alles nicht geht; und das ziemlich endgültig!

Das kann uns mehr behindern als jegliche besondere körperliche Situation, jegliche Hemiparese!

Einer meiner Klientinnen wurde z.B. mal gesagt, sie solle ihren linken Arm (den Arm, der von der Hemiparese betroffen ist) ignorieren. Er wäre nicht mehr einsatzfähig.

Wir haben zusammengearbeitet, haben diese Prognose hinterfragt und schließlich ihr ein Ziel gesetzt. Sie wollte mit der linken Hand mit chinesischen Stäbchen essen können.
Und das Beste: Sie kann das heute! Ich kann das nicht mal mit meiner komplett gesunden Hand! Der Hammer oder?

Und trotzdem wurde ihr damals von Ärzten gesagt, sie solle ihre linke Hand zukünftig ignorieren!

Kennst Du diese oder eine ähnliche Situation? Hat Dir auch schon jemand gesagt, was Du alles nicht können wirst oder auch „Was nach einem Jahr nicht zurückkommt, das kommt auch nicht mehr.”?

Falls ja, stelle Dir bitte diese eine Frage:

Was wäre, wenn das gar nicht stimmt?

Hinterfrage Deine PrognoseWas wäre, wenn der oder diejenige unrecht hätte?

Als ich mir diese Frage stellte (das war noch bevor ich anfing, meine Hemiparese zu verbessern), konnte ich zum 1. Mal anders über meine Situation nachdenken.

Genau das hat mir auch dabei geholfen, mir mein 1. Ziel zu setzen (das Sektglas-Halten) und daran zu arbeiten. Und ich stellte schnell fest: Das, was ich jahrelang geglaubt hatte, war völlig falsch!
Wenn ich will, kann ich meine Situation immer verbessern und genau das kannst Du auch!

Mein Tipp: 

Probiere es selbst aus. Wenn Du einen bestimmten Glaubenssatz über Deine körperliche Situation hast; sei es:
„Meine Hand wird immer verkrampfen.“
„Mein Fußheber wird nie funktionieren.”
„Ich kann meine Behinderung nicht verbessern.”

Frage Dich: Was wäre, wenn das gar nicht stimmt?

Vielleicht hilft Dir diese Frage auch dabei, anders über Deine Situation nachzudenken, mutiger zu werden, Dir Ziele zu setzen; auch große Ziele, von denen Du vielleicht bisher glaubtest: „Das schaffe ich nie.”
Ich wünsche Dir genau das!

Ich freue mich auf Deinen Kommentar zum Thema!

Wenn Du Dich für das Thema Zielsetzung interessierst, schaue Dir folgende Beiträge an:

Warum die Zielsetzung bei der Verbesserung Deines Handicaps so wichtig ist!

So findest Du Deine Ziele!