Oft werde ich gegen Ende eines Coachings von meinen Klienten gefragt (wenn wir bereits über einen längeren Zeitraum zusammengearbeitet haben):

„Janina, wie ist das bei Dir? Hast Du eigentlich auch mal schlechte Tage? Oder ziehst Du Dein Training immer durch?“

Oft muss ich an dieser Stelle grinsen, weil:

 

Klar habe ich manchmal Tage, an denen so gar nichts läuft!

Entweder, weil…

  • … mir die Motivation fehlt, mich wirklich hinzusetzen und zu trainieren, 
  • … ich gerade ganz andere Themen als immer nur Training im Kopf habe (z.B. einen Streit mit einer Freundin, ein großes Projekt in meiner Arbeit oder auch Hochzeitsvorbereitungen in Corona-Zeiten) oder
  • es mir einfach mal nicht gut geht; ich bin z.B. traurig wegen irgendetwas oder fühle mich überfordert.

 

Und ich finde: Schlechte Tage zu haben, ist völlig okay!

Mehr noch: Sie gehören einfach dazu! Vielleicht sind sie am Ende sogar für etwas gut.

 

Es kommt auf Deine Bewertung an!

Das Ding bei Tagen, an denen einfach gar nichts läuft: Wir fühlen uns mies, weil wir (mal wieder) nicht das schaffen, was wir uns vorgenommen haben.

Wir fangen vielleicht sogar an, uns über uns selbst zu ärgern, uns selbst abzuwerten („Ich schaff`s einfach nicht! Ich bin sooo blöd!“) oder auch den ganzen Tag („Was für ein scheiß` Tag!“).

Die Konsequenz: Wir bekommen noch schlechtere Gefühle, noch weniger Motivation.

 

Wie wäre es, wenn Du Deine Bewertung veränderst?

Erlaube Dir einen schlechten Tag! Lass ihn da sein. Begrüße ihn vielleicht sogar, indem Du sagst:
„Hey schlechter Tag, da bist Du ja. Alles klar, heute mache ich mal eine Trainingspause!“

Wenn`s mehrere schlechte Tage hintereinander sind, dann lass auch sie da sein. Pfeife mal auf Dein Training mit Deinem Handicap und erhole Dich! Auf diese Weise kannst Du Kraft tanken, statt Dich selbst oder den Tag abzuwerten.

Genau das mache ich, wenn`s bei mir im Training mal nicht läuft!

Ich zwinge mich nicht dazu, etwas zu machen, worauf ich im Augenblick absolut keine Lust habe.

Stattdessen mache ich das, wonach mir ist. 
Wenn`s Weinen ist, weil ich gerade traurig bin, ja dann ist es halt das.
Wenn`s Wut ist, dann stampfe ich gerne auch mal mit dem Fuß auf den Boden und reagiere mich kurz ab.
Und wenn ich einfach mal faul bin, dann bleibe ich halt einfach mal auf der Couch liegen und mache Pause. 
Morgen ist ein neuer Tag, da kann ich wieder Gas geben!

Noch ein Tipp: Verändere Deine Worte!

„Einen schlechten Tag haben“ – Das hört sich ziemlich negativ an oder?
Ich denke da sofort an „Faulheit“, „kein Durchhaltevermögen“ oder „Krankheit“.
Welche Assoziationen kommen bei Dir?

Wenn sie auch so negativ sind wie bei mir, dann nenne diese Tage doch am besten anders!
Z.B. „Auszeit-Tage“, „Pausen-Tage“ oder „Erholungszeit“. 
Dir fallen bestimmt noch bessere Bezeichnungen ein. 

 

Warum die andere Bezeichnung?

Alleine durch die Veränderung Deiner Sprache gibst Du dem Tag eine andere Bewertung, Du neutralisierst ihn („schlechter Tag“ wird zur „Auszeit“). 
Das macht es leichter, diese Tage, an denen wenig läuft, zu akzeptieren. Sie gehören einfach dazu!

 

Und die Motivation kehrt früher oder später wieder zurück!

Selbst, wenn Du ihr dafür ein bisschen auf die Sprünge helfen musst, indem Du…

  • Dir z.B. alte Erfolge von Dir im Erfolgs-Tagebuch durchliest,
  • Dir ein neues, attraktives Ziel setzt oder
  • nochmal überlegst, warum Du Dein körperliches Handicap eigentlich verbessern willst.

Ich freue mich auf Deinen Kommentar zum Thema!

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