Von Eltern habe ich mitbekommen, dass sie sich immer mal wieder fragen:

 

„Ist der Ergo-/Physiotherapeut, den wir gerade haben, der richtige für meinen Sohn/meine Tochter?“

Oft höre ich auch:
„Ich bin gerade auf der Suche nach einem Ergo-/Physiotherapeuten/einer Ergo-/Physiotherapeutin für mein Kind. Wie finde ich eine/n gute/n?“

Das Herausfordernde: Oft ist das eigene Kind noch zu klein, um diese Entscheidung mit zu treffen. Es liegt also an Dir als Mama bzw. Papa, diese Entscheidung zu fällen.

 

 

Hier ein paar Ideen für Dich:

Denn vielleicht steht bei Dir und Deinem Kind zurzeit ein Therapiewechsel an und Du bist gerade auf der Suche nach einem/einer neuen. Oder Du willst für Dich prüfen: Ist der Therapeut/die Therapeuten den/die wir gerade haben, der/die richtige für uns?

 

Also, legen wir los!

 

Impuls Nr. 1: Mache Dir klar:

 

Wie erlebst Du Dein Kind im Alltag? Z.B.

  • eher ruhig, vielleicht auch schüchtern,
  • mutig auf andere zugehend,
  • munter und gerne am Toben
  • verspielt usw.?

 

Wie sollte dann der/die Therapeut/in sein, der mit Deinem Sohn/Deiner Tochter arbeitet? (z.B. männlich oder weiblich?)

Wie soll er/sie Dein Kind am besten unterstützen? z.B.

  • eher spielerisch?
  • bezogen auf den Alltag Deines Kindes?
  • aufbauend, motivierend?
  • einfühlend?
  • beruhigend und ausgleichend? (z.B. wenn Dein Kind gerne laut und aufbrausend ist)
  • nah am Kind oder vielleicht zu Anfang eher ein bisschen mehr mit Abstand, damit sich Dein Kind an ihn/sie gewöhnen kann?

 

Und vor allem: Woran soll er/sie mit Deinem Kind arbeiten? Was wäre aus Deiner Sicht sinnvoll?

 

Wenn Du Dir Gedanken um diese Fragen machst, findest Du heraus, was Du Du Dir für Dein Kind und seine Therapie wünschst.

 

 

Impuls Nr. 2: Worauf liegt der Fokus des Therapeuten/der Therapeutin?

 

Achte im gemeinsamen Gespräch und während der Therapie darauf: Liegt der Fokus des Therapeuten/der Therapeutin eher auf den Möglichkeiten Deines Kindes, d.h. auf dem, was es lernen kann bzw. dem, was es bisher schon geschafft hat?
Oder liegt sein/ihr Fokus eher auf sein vermeintlichen Schwächen; auf dem, was vermeintlich alles nicht geht?

 

Ein Beispiel: Ein Physiotherapeut hat zu einer meiner Klientinnen gesagt, sie solle ihren Arm am besten gleich vergessen! Er wäre zu nichts mehr zu gebrauchen.
Diese Äußerung hat letztendlich dazu geführt, dass die Klientin ihren Arm tatsächlich kaum mehr einsetzte und ihn ignorierte. Denn die Einstellung des Therapeuten übertrug sich schließlich auf sie. Die Therapie war somit, bezogen auf den Arm, wenig hilfreich; im Gegenteil: Sie hat der Klientin sogar geschadet.

 

Bitte verstehe mich richtig! Es geht mir nicht darum, dass Du  einen Therapeuten/eine Therapeutin suchst, der/die nur blind auf das schaut, was Dein Kind schon alles kann und der/die es dafür in den Himmel hebt. Das wäre auch nicht hilfreich, schließlich geht es in der Therapie ja darum, Dinge zu verbessern, die gerade noch nicht so gut funktionieren (z.B. die Feinmotorik, das Laufen, das Greifen usw.).

 

Wichtig ist aber, dass ihr gemeinsam guckt; Du, der/die Therapeut/in und Dein Kind, wenn es schon alt genug ist:
Wo könnt Ihr Einfluss nehmen? Wie könnt Ihr Dein Kind bestmöglich dabei unterstützen, seine körperliche Situation zu verbessern?
Was kannst Du tun? Was der/die Therapeut/in?

Und genau dafür ist es wichtig, dass der/die Therapeut/in dazu in der Lage ist, gemeinsam mit Dir/Euch in Möglichkeiten zu denken und nicht von vorne herein Grenzen zu setzen und zu sagen, was alles nicht gehen wird.

 

Insofern mein Tipp an dieser Stelle: Achte immer mal wieder darauf, worauf der/die Therapeut/in seinen/ihren Fokus legt.

 

 

Impuls Nr. 3: Wie fühlst Du Dich bei der Therapie und mit dem Therapeuten? Welchen Eindruck hast Du danach von Deiner Tochter/Deinem Sohn?

 

… während und nach der Therapie?
Hast Du ein gutes Gefühl? Bist Du zuversichtlich, dass er/sie Deinem Kind helfen kann?
Oder bist Du eher unsicher, ernüchtert, wenig begeistert?

 

Deine Gefühle als Mama bzw. Papa können großen Einfluss auf den Therapieerfolg Deines Kindes haben; einfach deshalb, weil Dein Kind Deine Emotionen spürt. Es bekommt mit, wenn Du an der Therapie zweifelst und nicht überzeugt bist. Es wird sehr wahrscheinlich dann ebenfalls kritisch werden und bei der Therapie ggf. sogar in den Widerstand gehen.

Genauso bekommt es mit, wenn Du von der Therapie überzeugt bist. Denn das strahlst Du dann auch aus. Es wird Dir leichter fallen, Dein Kind ebenfalls für die Therapie zu begeistern.

 

Und wie geht es Deinem Kind während und nach der Therapie? Ist es:

  • fröhlich, aufgeweckt?
  • verspielt?
  • geschafft, müde? (das ist bei mir oft bis heute der Fall; ist oft ein Indikator dafür, dass die Therapie funktioniert)
  • in sich gekehrt?
  • weinerlich, unzufrieden? (Das könnte mit der Müdigkeit durch die Therapie zusammenhängen und ist dementsprechend besonders bei kleineren Kindern ganz normal. Es könnte, wenn es oft vorkommt und auch nach der Therapie länger anhält, aber auch ein Zeichen dafür sein, dass die Therapie nicht die richtige ist.)

Auch die Gefühle Deines Kindes bestimmen natürlich den Therapieerfolg mit, vor allem, wenn es älter wird und die Therapie bewusst mitbekommt. Seine Gefühle bestimmen, ob es gerne zur Therapie geht, viel daraus mitnimmt und auch zu Hause (spielerisch) übt oder ob es die Therapie eher nervig findet und sie spätestens im Teenie-Alter nur noch ein zusätzlicher Zeitfresser für es ist.

Ist Ersteres der Fall, ist es motiviert und begeistert; der Idealzustand für unser Gehirn, um Neues zu lernen und Fortschritte zu erzielen. Trifft eher Letzteres zu, ist sein Gehirn im Energiesparmodus. Es erkennt den Sinn der Therapie nicht wirklich und ist dementsprechend nicht bereit, sich wirklich darauf einzulassen, geschweige denn sich anzustrengen.

 

Deshalb mein Tipp: Achte mal bewusst auf Deine eigenen Gefühle während und nach der Therapie und die Deines Kindes. Denn beide haben großen Einfluss auf die Therapieerfolge Deines Sohns/Deiner Tochter.

 

Das sind 3 Impulse, die Du ab jetzt immer für Dich nutzen kannst…

… beim Erstgespräch mit dem Therapeuten oder auch mitten in der Therapie, wenn Du Dir die Frage stellst: „Ist das wirklich der richtige Therapeut für meinen Sohn/meine Tochter?“
Sie haben mir und auch vielen meiner Klienten schon dabei geholfen, einen super Therapeuten zu finden.

 

Wie hast Du den/die Physio- oder Ergotherapeuten/-therapeutin für Dein Kind gefunden?
Schreibe es in die Kommentare! Ich freue mich darauf.