Aus Gesprächen mit meinen Klienten und Eltern von Kindern mit körperlichem Handicap weiß ich:

Mobbing, vor allem verbales Mobbing, ist ein häufiges Thema und kommt immer wieder bei Kindern und Erwachsenen mit Handicap vor.

 

Andere Kinder aus der Klasse hauen einfach irgendeinen Spruch raus:

„Du siehst sooo scheiße aus!“
„Du hast so einen fetten Arsch.“
„Du bist so behindert.“
„Ey, Du Spasti.“

Das Ergebnis: Man ist verletzt, fühlt sich ausgeschlossen und fertiggemacht.

 

Ich habe diese Erfahrung in meiner Schule mehr als einmal gemacht!

In der Mittelstufe wurde eine Zeit lang beschimpft, es wurden jede Menge Gerüchte über mich in die Welt gesetzt, ich wurde ausgeschlossen.

Es war ziemlich kacke. Deshalb habe ich mich später auch intensiv mit diesen Erfahrungen auseinandergesetzt. Ich habe viel reflektiert, nach meinem eigenen Anteil in dieser Geschichte geschaut und die Erfahrungen Stück für Stück aufgearbeitet. Heute kann ich ziemlich neutral über diese Situationen sprechen. Sie belasten mich nicht mehr, wofür ich sehr dankbar bin.

 

Das Problem bei Hänseleien: Der Schreck-Moment!

Wenn uns ein heftiger Spruch gedrückt wird (z.B. „Du siehst so scheiße aus.“), dann fühlen wir uns nicht nur verletzt, wir sind häufig auch sprachlos. Wir wissen nicht, wie wir darauf reagieren können. Wir fühlen uns hilflos der Situation ausgesetzt.
Und genau das macht uns Angst!

 

Eine mögliche Lösung: Schlagfertigkeit!

Wir können den Schreck-Moment, den Moment, in dem wir mundtot sind, vermeiden! Wie? Durch gezielte Schlagfertigkeits- bzw. Konter-Strategien!

Indem wir uns im Vorfeld 3-5 Antworten überlegen, die wir sagen können, wenn uns jemand einen Spruch drückt, fühlen wir uns nicht mehr ausgeliefert. Wir wissen, wie wir reagieren und vermeiden so den Schreck-Moment!

 

Beispiele gefällig? Hier kommen sie:

Sie stammen in leicht abgewandelter Form vom Rhetoriktrainer und Schlagfertigkeitsexperten Matthias Pöhm (ein genialer Typ). Er schrieb u.a. das Buch „Schlagfertig auf dem Schulhof“; ein Buch speziell für Kinder und Jugendliche.

„Du siehst sooo scheiße aus!“
Antwort: „Stimmt. Mein Arzt hat mir auch schon den Totenschein ausgestellt.“

„Du hast so einen fetten Arsch.“
Antwort: „Stimmt. Deshalb wurde er auch schon häufig als Werbeplakatfläche gebucht.

„Du bist so behindert.“
Antwort: „Du hast aber gute Augen.“

 

Diese Antworten haben viel gemeinsam!

Sie zeigen, dass Du über Dich selbst lachen kannst. Sie zeigen, dass Dich die Sätze/Behauptungen des anderen nicht getroffen haben. Und: Keine der Antworten greift den anderen an.
Du stimmst dem Angreifer zu, ergänzt seine Aussagen um eine Übertreibung (z.B. fetter Arsch als Werbefläche) und machst sie dadurch lächerlich. Im letzten Fall gibst Du dem Angreifer sogar noch ein vermeintliches Kompliment.

 

Was bringen diese Antworten?

Würdest Du auf Sätze wie „Du bist so behindert.“ mit einem Gegenvorwurf kontern (z.B. „Du bist so scheiße.“), wüsste der Angreifer, dass seine Aussage Dich getroffen hat. Vermutlich haut er deshalb gleich den nächsten Spruch raus.

Mit einer Antwort wie „Du hast aber gute Augen.“ rechnet er nicht. Vermutlich ist er perplex, vielleicht sogar sprachlos. Außerdem macht es für ihn keinen Sinn, Dich weiter anzugreifen, wenn er nicht das Gefühl hat, Dich mit seinen Aussagen verletzen zu können. Somit ist Dein Ziel erreicht. Der Angreifer lässt Dich in Ruhe.

 

Das sind nur ein paar Beispiele für hilfreiche Konter-Strategien!

Es gibt noch wesentlich mehr. Aus Erfahrungen von anderen, die diese Strategien in ihrer Schule nutzen, weiß ich, dass sie zum einen dabei helfen können, weniger gehänselt zu werden. Zum anderen geben sie aber auch viel innere Sicherheit. Denn: Man fühlt sich vorbereitet. Man weiß, was man im Notfall sagen kann, man hat keine Angst mehr davor, mundtot gemacht zu werden.

 

Daher meine Buchempfehlung für Dich:

Wirst Du auch öfter in der Schule gehänselt bzw. bekommst Du häufiger mal fiese Sprüche gedrückt? Oder hast Du einen Sohn, eine Tochter, der, die darunter leidet?
Dann hol Dir am besten mal das Buch von Matthias Pöhm: „Schlagfertig auf dem Schulhof“

Anmerkung: Wenn Du das Buch über diesen Link bestellst, bekomme ich eine kleine Provision dafür.

 

Und für Erwachsene:

Ich weiß, dass auch viele Erwachsene das Thema Mobbing kennen (z.B. auf der Arbeit). Auch dafür hat Matthias Pöhm ein Buch verfasst. Es heißt das „NonPlusUltra der Schlagfertigkeit“

Anmerkung: Wenn Du das Buch über diesen Link bestellst, bekomme ich eine kleine Provision dafür.

 

Ich bin sehr gespannt, welche Erfahrungen Du mit diesen Büchern sammelst und freue mich auf Deinen Kommentar zum Thema.