Wie behindert bist du eigentlich?!

Wie mit dem Handicap in der Klasse umgehen?

Wenn das eigene Kind gerade mit der Schule angefangen hat oder, wenn es die Schule wechselt, stellen sich Eltern häufig die Frage: Wie reagieren die anderen Kinder auf das Handicap unseres Kindes?
Und wie gehen wir und unser Kind am besten mit dem Handicap in der Klasse um?

Das hängt natürlich auch ein Stück weit davon ab, ob und wieviel sich das Kind selbst schon mit seiner körperlichen Situation beschäftigt hat und wie es derzeit damit umgeht. Und natürlich auch davon, ob und was es selbst mit anderen über sein Handicap teilen möchte.

In meinen Coachings mit Eltern, Kindern und Jugendlichen habe ich jetzt schon häufiger die Erfahrung gesammelt:

Oft macht es Sinn, das Handicap der Klasse einmal näher vorzustellen. Z.B. in Form einer Geschichte, eines Vortrags oder beides kombiniert. Je nach Alter des Kindes könnte der bzw. die KlassenlehrerIn oder auch einer der Eltern den Hauptpart der Vorstellung übernehmen und berichten, was das Handicap ist und was es ausmacht.
Und das Kind erzählt, was es die Klasse wissen lassen möchte – z.B. was ihm schwerfällt und was es auch mit Handicap alles schafft.

Wenn das Kind bereits älter ist und sich es zutraut, könnte es ebenfalls den Hauptpart der Vorstellung übernehmen.
Genau daran habe ich vor kurzem mit einer 13 Jährigen in einem unserer Coachings gearbeitet. Wir haben überlegt, wie sie ihre Epilepsie am besten ihren KlassenkameradInnen erklärt und welche Worte sie nutzt. Das hat ihr Sicherheit und Selbstvertrauen für ihren Bericht gegeben.

Offenheit kommt häufig gut an!

Bisher habe ich immer wieder die Rückmeldung bekommen, dass die Vorstellung des Handicaps in der Klasse gut verlaufen ist. Die SchülerInnen hörten aufmerksam zu, hatten Interesse an den Erfahrungen des Kindes, stellten gute und ernstgemeinte Nachfragen.

Darüber hinaus war es für viele MitschülerInnen anschließend völlig normal, ein Kind mit einer besonderen körperlichen Situation in der Klasse zu haben. Sie stellten es nicht in Frage, nach dem Motto: Der/die eine SchülerIn hat Probleme beim Schreiben (Lese-Rechtschreib-Schwäche), der/die andere ein körperliches Handicap.

Gute Vorbereitung ist wichtig!

Wenn man sich entschließt, das Handicap der Klasse vorzustellen, kann es hilfreich sein, diesen Termin gezielt vorzubereiten – zusammen mit dem Kind und nach Möglichkeit auch mit dem/der zuständigen LehrerIn.

Es lohnt sich, gemeinsam zu überlegen, wer was sagt, wie und in welcher Form.
Z.B. in Form

  • einer Geschichte,
  • eines Vortrags,
  • eines Artikels, den man vorliest,
  • eines Videos, das man gemeinsam schaut oder… oder….

Es kann auch helfen, wenn das Kind selbst etwas sagen will, diesen Part gemeinsam zu Hause einzuüben. Das gibt Sicherheit und Mut für den Vortrag.

Falls Ihr Euch ebenfalls vorgenommen habt, das Handicap Deines Kindes in der Schule vorzustellen, ganz viel Erfolg Euch dabei!

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