Mit Handicap kann Vergleichen zur Qual werden!
Wir alle machen es: Wir vergleichen uns mit anderen. Wer ist sportlicher, schlanker, wer hat den besseren Job, das tollere Leben? Usw.
Vergleichen liegt in unserer Natur. Und es hilft uns – z.B. dabei uns selbst besser einzuschätzen oder es bringt uns dazu, unsere Ziele höher zu stecken, es motiviert uns.
Mit Handicap kann Vergleichen aber hier und da zur Qual werden!
Vor allem dann, wenn man fast ausschließlich Menschen um sich herum hat, die kein Handicap haben. Es kann schnell das Gefühl aufkommen, wenig oder gar nicht mithalten zu können – sei es beim Laufen, beim Sport oder ähnlichem.
Manchmal ging es mir als Kind so. Ich spielte immer in einer eigenen Liga.
Auf Dauer kann das unheimlich demotivieren und frustrieren.
Ging`s oder geht`s Dir ab und zu ähnlich?
Bis heute habe ich dann und wann Momente, in denen ich mich vergleiche und merke, wie nervig meine Hemiparese doch manchmal sein kann. Z.B. dann, wenn ich feststelle, dass mein Mann erst ein paar Jahre Ski fährt und teilweise deutlich schneller die Berge heruntersaust als ich, die mit 5 Jahren das erste Mal auf Skiern stand. Zum Glück kommt er „nur“ schneller runter, sicherer und schöner fahre nach wie vor ich 😉 – kleiner Vergleich am Rande.
Spaß bei Seite – Vergleichen ist, wie gesagt, normal. Es gibt vermutlich niemanden, der/die nicht vergleicht.
Und dennoch:
Wichtig ist, es sich bewusst zu machen!
Früher habe ich mich ständig verglichen. Und es hat häufig dazu geführt, dass ich mich danach mies fühlte. Es sei denn, es war etwas, bei dem ich „glänzen“ konnte – etwa beim Schreiben oder Singen. Bei vielem anderen war der Vergleich für die Katz.
Umso froher war ich, als wir u.a. in meiner Coaching-Ausbildung vor einigen Jahren viel über das Thema Vergleichen gesprochen haben und was es mit uns machen kann.
Ich habe gelernt, mir bewusst zu machen, wenn ich mich mal wieder mit anderen vergleiche. Meistens frage ich mich daraufhin: Tut mir das (der Vergleich) gerade gut?
Kleiner Spoiler: Meistens natürlich nicht.
Nach dieser Bewusstmachung ging`s mir oft schon besser. Natürlich fühlte ich mich danach nicht sofort wieder super, aber mir war klar, woher dieses blöde, ungute Gefühl kam – durch den Vergleich.
Und danach fiel es mir leichter, nicht weiter in den Vergleich einzusteigen, sondern mich auf anderes zu konzentrieren – z.B. meine eigenen Fortschritte, das, was ich gerade schaffte. Oder auf etwas, das ich gerne machte und gut konnte – z.B. Schreiben und Singen.
Meine Impulse für Dich:
Falls Du Dich auch dann und wann vergleichst und mit einem schlechten Gefühl daraus gehst: Versuche Dir währenddessen bewusst zu machen, was Du gerade tust. Z.B. indem Du denkst:
„Ich merke, ich vergleiche gerade.“ und Dich anschließend ebenfalls fragst: „Wie geht`s mir damit? Was macht der Vergleich mit mir?“
Was eventuell ebenfalls helfen könnte: Versuche in den kommenden Tagen, vielleicht auch Wochen mal bewusst darauf zu achten:
Was schaffe ich eigentlich alles?
Was habe ich (schon wieder) gelernt?
Welche Stärken und Fähigkeiten sind dazu gekommen?
Denn häufig schaut man auf andere und sieht, was sie alles können. Bei uns selbst haben wir das oftmals gar nicht so sehr im Kopf, gerade, wenn es kleine Fortschritte sind. Deshalb: Nimm` Dir bewusst Zeit, darauf zu achten.
Dann fällt es deutlich leichter, Dich weniger mit anderen zu vergleichen und mehr auf Dich selbst zu schauen!
Viel Erfolg Dir dabei

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