Kategorie: Aus der Coaching-Praxis (Seite 1 von 7)

Setze Dir Handlungsziele!

Du trainierst regelmäßig, um Dein Handicap zu verbessern?
Oder Du bist Mama bzw. Papa und trainierst/übst regelmäßig (spielerisch) mit Deinem Kind?
Dann habe ich heute eine Strategie für Dich, mit der Du langfristig motiviert dabei bleibst!

Auf Anfang: 

Normalerweise ist es im Training oder auch im Alltag so: Wir setzen uns Ergebnisziele. Wir wollen ein Ergebnis erreichen. Z.B. den betroffenen Arm ausstrecken lernen, die Hand drehen können, gezielt greifen, den Fußheber ansteuern usw.
Und, wenn wir das können bzw. wenn das Kind das kann, ist das Ziel erreicht.

Ergebnisziele können eine Zeit lang motivieren; vor allem, wenn man sich vorab klarmacht:
Was kann ich, wenn ich das Ziel erreicht habe, im Alltag alles besser und leichter?
Bzw. was schafft mein Kind besser und leichter?

Z.B. Gläser halten, Taschen tragen, Türen oder Schränke öffnen, mit Messer und Gabel essen, klettern, laufen, joggen usw.

Es gibt aber einen Haken!

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„Wann sage ich ihnen am besten, dass ich eine Behinderung habe?“

Ich bekomme immer mal wieder die Frage von Menschen mit Handicap:
„Wenn ich Leute kennenlerne, wann sage ich ihnen am besten, dass ich eine Behinderung, Einschränkung, Handicap habe?“.

Auch viele Eltern fragen: „Wann sage ich bzw. wann sagt mein Kind am besten, dass es eine Hemiparese hat?“

Wenn ich dann frage: „Wie machst Du`s bisher?“ oder „Wie macht Ihr`s bisher?“, kommt meist die Antwort: „Eigentlich sofort, wenn ich/wir andere kennenlerne(n).“

Ich habe es früher ganz genauso gemacht und war lange davon überzeugt, dass es das Beste ist, gleich von meiner Hemiparese zu sprechen.

Der Grund:

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Konzentriere Dich auf das, was Du beeinflussen kannst!

Unser Gehirn hat da so eine Macke: Wir regen uns ganz oft über Dinge auf, die wir gar nicht oder kaum beeinflussen können.

Ein Beispiel von mir:

Vor kurzem wollte ich einen Geschenkgutschein für eine meiner Freundinnen zum Geburtstag kaufen. Das geht ja inzwischen auch ganz easy im Internet. Naja oder manchmal auch nicht!

Ich bezahlte den Gutschein, gab meine E-Mail-Adresse an und erwartete, den Gutschein gleich in meinem E-Mail-Postfach zu finden. Tja, aber nach 2 Stunden war der Gutschein immer noch nicht da. Und dabei wollte ich ihn am gleichen Tag noch ausdrucken und meiner Freundin schenken! Aber er kam nicht.

Ich schrieb sofort den Support der Firma an, die mir den Gutschein verkauft hatte. Dick und fett auf der Support-Seite stand: Die Antwortzeit des Teams dauere 2 Tage! Na toll! Ich würde den Gutschein heute nicht ausdrucken können! Das ärgerte mich wie verrückt!

Vielleicht kennst Du das von Dir, wenn z.B. das Internet ausfällt, Du es aber dringend brauchst oder das Wetter schlecht ist und Du eigentlich einen ausgedehnten Spaziergang machen wolltest.

Das Problem:

Situationen wie diese können wir kaum bzw. gar nicht beeinflussen. Aber unsere Gedanken kreisen trotzdem ständig darum und behindern uns darin, produktiv zu sein.

Es gibt da eine Technik, die mir schon oft geholfen hat, mich von solchen Situationen weniger stressen zu lassen:

Es ist eigentlich gar keine Technik, sondern mehr eine Bewusstwerdung. Denn, man macht sich klar: Wieviel Einfluss habe ich eigentlich gerade auf das, was passiert?

Es gibt Dinge oder Situationen, die man zu 100 % beeinflussen kann. Man will z.B. eine nervige Angewohnheit loswerden, ein paar Kilos abnehmen oder sein Handicap verbessern. Alles Dinge, die man selbst in der Hand hat und auf die wir einen hohen Einfluss haben.

Dann gibt es Situationen, die man nur zu 50 % beeinflussen kann; etwa einen Konflikt mit einem Freund oder einer Freundin. Man kann seinen Teil dazu beitragen, dass sich der Streit auflöst (z.B. sich entschuldigen, das Gespräch suchen). Aber der bzw. die andere muss genau das auch wollen, sonst besteht der Konflikt weiterhin.

Und es gibt Situationen, die man (oft) zu 0 % beeinflussen kann; z.B. das Wetter, die Internet-Störung und mein Gutschein-Problem, nachdem ich den Support angeschrieben habe.

Zu wissen: „Hey, ich kann gerade 0 % Einfluss nehmen!“, hilft dabei, mir bzw. meinem Gehirn zu verdeutlichen: Es lohnt sich gar nicht, mich jetzt aufzuregen! Das ist verschwendete Energie! Denn es verändert rein gar nichts!

Stattdessen frage ich mich:

Worauf kann ich denn gerade Einfluss nehmen? Wo kann ich meine 50 % oder 100 % nutzen? Zum Beispiel:

  • im Training mit meiner Hemiparese,
  • bei den E-Mail-Anfragen, die ich heute noch beantworten wollte,
  • beim YouTube-Video, das ich heute drehen könnte,
  • bei meiner Angewohnheit nur einhändig zu gestikulieren, die ich unbedingt verändern will usw.

Und alleine das Aufzählen lenkt mich ab von dem, was ich gerade nicht ändern kann. Und es sorgt dafür, dass ich wieder ins Handeln komme, statt mit verschränkten Armen dazustehen und mich zu ärgern.

Zugegeben: Bei dem Geschenk-Gutschein dauerte es eine Zeit, bis es mir wirklich gelang, für heute nicht mehr daran zu denken.

(Ich mag es einfach nicht, Geschenke nachträglich zu überreichen. Fürs nächste Mal weiß ich jetzt: Auch Gutscheine kaufe ich definitiv früher!)
Aber nach der Sammlung an Einflussmöglichkeiten in anderen Bereichen gelang es mir zumindest, wieder produktiv an meine Arbeit zu gehen

Und soll ich Dir was sagen? Am gleichen Tag, am späten Nachmittag schrieb der Support überraschenderweise doch zurück mit einem Link zum Gutschein! Was ein Glück! Er landete pünktlich bei meiner Freundin. Yes!

Mein Impuls für Dich: 

Wenn Dich etwas ärgert und Du denkst ständig darüber nach, frage Dich: Wieviel Einfluss kannst Du gerade auf die Situation nehmen?
Und wenn Du feststellst, gerade liegt Dein Einfluss bei 0 %: Was sind Dinge, Bereiche, die Du stattdessen jetzt angehen könntest?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar zum Thema!

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Bringt mir die Übung, das Trainingsgerät noch was?

Diese Frage höre ich ziemlich oft in Gesprächen und Coachings; „Bringt mir das Gerät, die Übung noch was?“.

Ich kenne diese Frage auch gut von mir!

Ich stelle sie mir, wenn es z.B. um eine Übung geht, die ich schon eine Zeit lang mache, ich jedoch schon länger keinen Erfolg oder Fortschritt bemerke; oft ein blödes Gefühl!

Vielleicht kennst Du diese Frage auch von Dir.

Was ich immer mache, wenn bei mir diese Frage aufkommt:

Ich hole mir zunächst den Rat meiner Ergotherapeutin oder meines Arztes ein. Weil, was ja auf jeden Fall zu verhindern ist: Dass sich, wenn ich die Übung nicht mehr mache, eine Verschlechterung meiner Beweglichkeit einstellt.

Was ich aber auf jeden Fall auch machen würde:

Mir selbst ein paar Fragen stellen! Und zwar:

1. Welches Ziel habe ich ursprünglich mit der Übung bzw. dem Trainingsgerät (z.B. einer Orthese) verfolgt? Was wollte ich dadurch mehr können?

Ein Beispiel von mir, die Übung „Knetenwandern“:
Dabei geht es darum, mit zwei Fingern (z.B. dem Zeige- und Mittelfinger oder dem Ringfinger und kleinen Finger) vorwärts und rückwärts über Knete zu „wandern“.
Falls Du die Übung nicht kennst, schau mal hier vorbei (klick) >>.

Mein Ziel dahinter: Jeden Finger einzeln bewegen und ansteuern zu können. Ich mache diese Übung regelmäßig seit mehreren Jahren.

2. Was habe ich mithilfe der Übung, dem Gerät bisher erreicht? Welche kleineren und größeren Erfolge hatte ich? 

Beispiel von mir:
Innerhalb dieser Übung kann ich inzwischen alle meine Finger einzeln bewegen. Ich kann meine Finger viel leichter ansteuern; auch im Alltag.

3. Und wann hatte ich den letzten kleinen Erfolg mit der Übung, dem Gerät?

Beispiel von mir: Vor etwa 8 Wochen. Mein kleiner Finger hat sich deutlich leichter strecken und beugen lassen als zuvor.

Und, wenn ich feststelle…

… der letze Erfolg ist schon eine Zeit lang her, dann überlege ich: Gibt es eine alternative Übung, die ich stattdessen machen kann bzw. gibt es ein anderes Trainingsgerät, das ich nutzen kann?

Beispiel von mir: Ich könnte mir nochmal meine Gummibänder-Platte schnappen (ein Trainingsgerät, das ich vor einiger Zeit gebaut habe, um die Kraft in meinen einzelnen Fingern zu trainieren). Oh ja, das mache ich!
Wenn Du die Gummibänder-Platte noch nicht kennst, schaue hier vorbei! (klick) >>.

Wenn ich keine Einfälle habe, welche alternativen Übungen oder Materialien es gibt, frage ich meine Ergotherapeutin und hole mir Ideen ein.

Du fragst Dich vielleicht jetzt: Was ist denn „länger keinen Erfolg haben“?

Gute Frage! Das ist natürlich bei jedem ein bisschen individuell. Bei mir ist „länger her“ so ab 6 – 8 Wochen ca. Ab dem Zeitpunkt taucht fast schon automatisch die Frage in meinem Kopf auf: Bringt mir die Übung noch was? Und ab dem Zeitpunkt suche ich meist nach Alternativ-Übungen.

Der Vorteil ist: Du kannst selbst entscheiden, wann für Dich der richtige Zeitpunkt ist!

Und dann würde ich mir einen Zeitraum nehmen…

… von 2 – 3 Wochen, in denen ich die Übung, das Trainingsgerät weglasse und stattdessen die Alternativ-Übung mache.

Andere Möglichkeit: Du lässt die Übung nicht ganz weg, sondern machst sie weniger häufig, wenn Du bei Deinen Überlegungen merkst: „Hey, eigentlich ist der letzte Erfolg gar nicht so lange her!“

Und nach dieser Zeit…

… würde ich wiederum schauen:
Wie geht`s mir jetzt?
Was hat mir das Alternativ-Training gebracht?
Und will ich die weggelassene Übung wieder machen bzw. das Trainingsgerät wieder nutzen? Oder bleibe ich lieber bei der Alternative?

Vielleicht denkst Du jetzt:
Bor, ganz schön viele Fragen!

Ja, absolut! Und oft auch gar nicht so leicht zu beantworten. Gleichzeitig ist es sooo wichtig, sich (mehr) mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, weil wir durch sie mehr Kontrolle übernehmen können. Wir wissen mehr: Wie geht`s mir eigentlich mit dem Training, der Therapie bzw. dem Hilfsmittel? Wir wissen auch, was wir damit erreichen wollen. Und dann können wir später auch sagen: Bringt mir das Gerät gerade noch etwas oder soll ich`s eher weglassen und effektivere Möglichkeiten finden?

Deshalb mein Impuls:

Wenn Du bei manchen Trainingsgeräten oder Übungen auch nicht so genau weißt, ob und was sie Dir noch bringen, gehe in Gedanken mal die einzelnen Fragen durch. Schreibe Dir Deine Antworten vielleicht sogar auf.
Ich bin mir sicher: Danach hast Du mehr Klarheit über Dein derzeitiges Training und vielleicht auch schon Ideen, wie Du es noch wirkungsvoller machen kannst. Ganz viel Erfolg dabei!

Ich freue mich auf Deinen Kommentar zum Thema!

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Warum Du in jedem Moment die beste Entscheidung triffst!

Hängen Dir auch manchmal alte Geschichten nach?
Z.B. ein Fehler, den Du in der Vergangenheit gemacht hast?
Etwas, das Du gesagt oder getan hast, was im Nachhinein falsch oder unpassend war?
Und neigst Du auch dazu, im Nachhinein viel daran zu denken?

Bei mir war das oft so, ist es gelegentlich nach wie vor!

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„Ich übergehe meine betroffene Hand oft!“

In Coachings, auch neulich im Live-Video in der Facebook-Coaching-Gruppe tauchte diese Frage auf:

„Ich will meine betroffene Hand mehr einsetzen, aber ich vergesse sie oft und übergehe sie! Was kann ich tun?“.

Das kenne ich so gut von mir!

Hand übergehenFrüher habe ich mir immer vorgenommen, „Heute setze ich meine Hand mehr im Alltag ein!“. Und wenn ich später über den Tag nachdachte, fiel mir auf: „Mist! Ich hab meine rechte Hand schon wieder völlig vergessen!“. (Meine rechte Hand ist von der Hemiparese betroffen).

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Wenn es Dir auch so geht, dann hast Du es Dir wahrscheinlich zur Gewohnheit gemacht, nur Deine Hand zu nutzen, die gut funktioniert. Bei mir war das ganze 21 Jahre lang so! Und als ich diese Gewohnheit verändern und meine rechte Hand mehr einsetzen wollte, stellte mir mein Coach diese banale, aber mega wichtige Frage:

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Hast Du schon Ideen, was Du dieses Jahr umsetzen willst; was Du an Deinem körperlichen Handicap aktiv verbessern willst?

Um meine Ziele für das neue Jahr festzulegen und auch für die Zielklärung mit meinen Klienten nutze ich 7 einfache, aber sehr effektive Fragen.

4 von diesen Fragen will ich Dir heute mit an die Hand geben!

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Weihnachtszeit – Zeit der kreativen Trainingsmöglichkeiten

Na, schon im Weihnachtsfieber? Ich muss ehrlich sagen, dass es mir dieses Jahr deutlich schwerer fällt, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Ich vermisse die Weihnachtsmärkte!

Um mir mehr Lust auf Weihnachten zu machen, höre ich gerade immer wieder Weihnachtssongs, dekoriere die Wohnung und backe Plätzchen. Und dabei kommen mir immer wieder richtig coole Trainingsideen für mich und meine rechtsseitige Hemiparese. Vielleicht sind ein paar für Dich dabei!

Doch vorab eine Frage an Dich: Hast Du Ideen, wie könntest Du Deine besondere Hand in Deinem Weihnachts-Alltag trainieren bzw. mehr einsetzen?

Hier ein paar Ideen:

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Und manchmal ist ein einzelnes Wort die Lösung!

Neulich hatte ich ein super interessantes Gespräch mit einer 16 jährigen, die ebenfalls eine rechtsseitige Hemiparese hat. Nennen wir sie hier mal Anna.
Anna kann bereits ihren betroffenen Arm und ihr betroffenes Bein gut bewegen.
Ihr ging es um etwas anderes, nämlich ihr Gesicht. Denn, wenn sie aufgeregt war, verkrampfte ihre rechte Gesichtshälfte; ganz besonders dann, wenn andere mit ihr ein Foto machen wollten.

 

Ihr größter Wunsch:

Mit Freunden Fotos zu machen, auf denen sie ganz entspannt lächelt. Wenn sie zu Hause Fotos von sich selbst schoss, konnte sie das bereits. Erst, wenn andere dazu kamen, wurde sie nervös und ihr rechter Mundwinkel verzog sich und spielte verrückt. Deshalb weigerte sie sich auch jahrelang, Fotos mit mehreren aufzunehmen.

 

Im Gespräch fanden wir heraus:

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Die verschiedenen Sinneskanäle und ihr Einfluss auf Dein Training

Heute geht`s um Deine Sinneskanäle mit denen Du Sinneskanäle

  • siehst (visueller Sinneskanal),
  • hörst (auditiver Sinneskanal) und
  • fühlst (kinästhetischer Sinneskanal).

Ganz recht: Es gibt noch 2 weitere Kanäle, den olfaktorisch (zuständig für`s Riechen) und den gustatorischen (zuständig für`s Schmecken) Sinneskanal. Aber heute geht`s um die 3 Hauptkanäle, auf denen die meisten von uns überdurchschnittlich häufig unterwegs sind. Und diese 3 Kanäle können Dein Training massiv beeinflussen und sehr wahrscheinlich sogar beschleunigen!

Die Voraussetzung: Du findest den Kanal, den Du im Alltag überwiegend nutzt!

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