Kategorie: Aus der Coaching-Praxis (Seite 1 von 6)

Erlaube Dir auch mal schlechte Tage zu haben!

Oft werde ich gegen Ende eines Coachings von meinen Klienten gefragt (wenn wir bereits über einen längeren Zeitraum zusammengearbeitet haben):

„Janina, wie ist das bei Dir? Hast Du eigentlich auch mal schlechte Tage? Oder ziehst Du Dein Training immer durch?“

Oft muss ich an dieser Stelle grinsen, weil:

 

Klar habe ich manchmal Tage, an denen so gar nichts läuft!

Entweder, weil…

  • … mir die Motivation fehlt, mich wirklich hinzusetzen und zu trainieren, 
  • … ich gerade ganz andere Themen als immer nur Training im Kopf habe (z.B. einen Streit mit einer Freundin, ein großes Projekt in meiner Arbeit oder auch Hochzeitsvorbereitungen in Corona-Zeiten) oder
  • es mir einfach mal nicht gut geht; ich bin z.B. traurig wegen irgendetwas oder fühle mich überfordert.

 

Und ich finde: Schlechte Tage zu haben, ist völlig okay!

Mehr noch: Sie gehören einfach dazu! Vielleicht sind sie am Ende sogar für etwas gut.

 

Es kommt auf Deine Bewertung an!

Das Ding bei Tagen, an denen einfach gar nichts läuft: Wir fühlen uns mies, weil wir (mal wieder) nicht das schaffen, was wir uns vorgenommen haben.

Wir fangen vielleicht sogar an, uns über uns selbst zu ärgern, uns selbst abzuwerten („Ich schaff`s einfach nicht! Ich bin sooo blöd!“) oder auch den ganzen Tag („Was für ein scheiß` Tag!“).

Die Konsequenz: Wir bekommen noch schlechtere Gefühle, noch weniger Motivation.

 

Wie wäre es, wenn Du Deine Bewertung veränderst?

Erlaube Dir einen schlechten Tag! Lass ihn da sein. Begrüße ihn vielleicht sogar, indem Du sagst:
„Hey schlechter Tag, da bist Du ja. Alles klar, heute mache ich mal eine Trainingspause!“

Wenn`s mehrere schlechte Tage hintereinander sind, dann lass auch sie da sein. Pfeife mal auf Dein Training mit Deinem Handicap und erhole Dich! Auf diese Weise kannst Du Kraft tanken, statt Dich selbst oder den Tag abzuwerten.

Genau das mache ich, wenn`s bei mir im Training mal nicht läuft!

Ich zwinge mich nicht dazu, etwas zu machen, worauf ich im Augenblick absolut keine Lust habe.

Stattdessen mache ich das, wonach mir ist. 
Wenn`s Weinen ist, weil ich gerade traurig bin, ja dann ist es halt das.
Wenn`s Wut ist, dann stampfe ich gerne auch mal mit dem Fuß auf den Boden und reagiere mich kurz ab.
Und wenn ich einfach mal faul bin, dann bleibe ich halt einfach mal auf der Couch liegen und mache Pause. 
Morgen ist ein neuer Tag, da kann ich wieder Gas geben!

Noch ein Tipp: Verändere Deine Worte!

„Einen schlechten Tag haben“ – Das hört sich ziemlich negativ an oder?
Ich denke da sofort an „Faulheit“, „kein Durchhaltevermögen“ oder „Krankheit“.
Welche Assoziationen kommen bei Dir?

Wenn sie auch so negativ sind wie bei mir, dann nenne diese Tage doch am besten anders!
Z.B. „Auszeit-Tage“, „Pausen-Tage“ oder „Erholungszeit“. 
Dir fallen bestimmt noch bessere Bezeichnungen ein. 

 

Warum die andere Bezeichnung?

Alleine durch die Veränderung Deiner Sprache gibst Du dem Tag eine andere Bewertung, Du neutralisierst ihn („schlechter Tag“ wird zur „Auszeit“). 
Das macht es leichter, diese Tage, an denen wenig läuft, zu akzeptieren. Sie gehören einfach dazu!

 

Und die Motivation kehrt früher oder später wieder zurück!

Selbst, wenn Du ihr dafür ein bisschen auf die Sprünge helfen musst, indem Du…

  • Dir z.B. alte Erfolge von Dir im Erfolgs-Tagebuch durchliest,
  • Dir ein neues, attraktives Ziel setzt oder
  • nochmal überlegst, warum Du Dein körperliches Handicap eigentlich verbessern willst.

Ich freue mich auf Deinen Kommentar zum Thema!

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„Ich muss gleich noch trainieren!“ Musst Du?

Ich höre es mich selbst auch immer wieder sagen:
„Ich MUSS gleich noch das Projekt abschließen.“
„Ich MUSS heute unbedingt aufräumen.“
„Ich MUSS gleich noch zum Sport.“

Wir nutzen das Wort „müssen“ ziemlich oft im Alltag!

Und das meist völlig unbewusst. Es gehört einfach zu unserem täglichen Sprachgebrauch.
Aber es lohnt sich, genau das mal zu hinterfragen;

Weil, was bewirkt dieses Wort?

Überprüfe das gleich mal selbst für Dich! Denke mal an etwas, dass Du heute oder die nächsten Tage unbedingt erledigen willst (z.B. zum Sport gehen, zur Physio oder Ergo, ausmisten usw.).
Und sage dann mal mehrmals hintereinander: „Ich muss noch… (das, was Du eben erledigen willst)“.

Wie fühlt sich das an, wenn Du diesen Satz sagst? Welche Bilder kommen in Dir hoch?
Eher positive? Bekommst Du Bock auf das, was Du vor Dir hast?
Oder kommen in Dir eher negative Gefühle und Bilder hoch, vielleicht kommt sogar Druck auf?

In mir löst „müssen“ Stress aus! 

Ich muss löst Stress ausWenn ich denke „Ich muss…“ dann hört sich das, was ich vor mir habe, überhaupt nicht nach Spaß an! Es ist eine reine Pflichterfüllung; „Es muss halt gemacht werden!“ 

Und wenn ich das, was ich vorhabe, schon länger vor mir herschiebe, löst dieses müssen zusätzlich auch noch Druck und Stress aus; nach dem Motto:
„Es muss jetzt ENDLICH gemacht werden! Komm aus dem Quark, Janina!“

Die Chance, dass ich es dann auch wirklich gerne mache, ist sehr gering. Deshalb schiebe ich mein Vorhaben auch manchmal wieder auf; einfach, weil ich keine Lust darauf habe.

Was mich am Müssen auch stört: Man hat das Gefühl, keine Wahl zu haben. „Es muss erledigt werden, da führt kein Weg dran vorbei!“

Wie ist das bei Dir? Was löst das Wort „müssen“ bei Dir aus? Achte vielleicht in den nächsten Tagen mal bewusst darauf.

Wenn es auch bei Dir eher Negatives auslöst…

… dann lass das „müssen“ doch einfach mal weg!

Gut, einfach ist so eine Sache, schließlich hat sich das Wort ziemlich in unseren Sprachgebrauch eingebrannt. Wir kennen es schon von klein auf an. In der Schule haben wir es zigfach gehört:
„Du musst Deine Hausaufgaben machen.“,
„Du musst daran denken, für den Test zu lernen!“ oder
„Du musst einen guten Abschluss machen!“

Wie gesagt, auch ich nutze das Wort bis heute immer wieder. Aber, ich sage es deutlich seltener als früher und das nimmt mir eine Menge Druck und Stress!

Diese 2 Tipps haben mir geholfen:

1. Hinterfrage das „muss“ in dem Satz!

Wenn ich mich mal wieder sagen oder denken höre:
„Ich muss dieses oder jenes (z.B. zur Ergotherapie).“

Dann frage ich mich selbst danach: Stimmt das? Muss ich das wirklich?
Meistens gebe ich mir selbst die Antwort:
„Nein, ich muss das nicht! Ich will zur Ergo; einfach, weil sie mir so viel bringt!“  
Wenn dem nicht so wäre, würde ich nicht hingehen.

Oder auch: Muss ich wirklich aufräumen?
„Nein, muss ich nicht. Es wäre auch okay, wenn`s unordentlich bleibt. Aber ich fühle mich dann unwohl, deshalb will ich aufräumen!“

Das heißt: Ich mache mir klar:
Hey, ich habe eine Wahl, was ich mache und was nicht. Ich muss GAR NICHTS!

2. Finde andere Formulierungen!

Nicht immer passt es, von „Ich muss…“ gleich auf „Ich will…“ umzusteigen. Manche Sachen, die man so zu tun hat, will man nämlich auch gar nicht machen (z.B. die Steuererklärung, ausmisten, schwierige Gespräche führen).

Stattdessen dann zu sagen „Ich will…“ oder „Ich muss…“, sage ich:
„Ich mache gleich…“
z.B.
„Ich gehe gleich zum Sport, zur Physio bzw. Ergo.“,
„Ich räume jetzt auf.“ oder
„Ich mache morgen meine Steuererklärung.“

Das hat mehrere Vorteile:

Zum einen nehme ich den Druck und die negativen Gefühle raus, die das Wort müssen mit sich bringt. So kann ich in einer positiven oder zumindest neutralen Stimmung bleiben und gerate weniger in Stress.

Zum anderen sind diese Sätze auch viel klarer und deutlicher formuliert. Sie legen den Fokus darauf, was ich mache bzw. machen werde und nicht darauf, was ich muss, aber eigentlich gar nicht will. Die Chance, dass ich mein Vorhaben dann auch wirklich umsetze, ist deutlich höher!

Meine Idee für Dich:

Wenn auch Du jetzt Bock darauf bekommen hast, weniger zu sagen: „Ich muss dieses oder jenes.“, dann achte in den nächsten Tagen mal bewusst darauf:
Wann sagst Du typischerweise „Ich muss…“?
In welchen Situationen? Vor welchen Herausforderungen?

Und dann probiere die 2 Tipps aus der E-Mail selbst mal aus:
Hinterfrage Dein „Ich muss…“ Musst Du wirklich?
Und versuche bewusst mal, das müssen wegzulassen und stattdessen mehr zu sagen: „Ich mache das jetzt.“
Ich bin mir sicher: Es ist dadurch einfacher, das, was Du Dir vorgenommen hast, umzusetzen; vielleicht sogar mit Spaß, auf jeden Fall mit mehr Leichtigkeit ;).

Eine Sache noch: 

Ärgere Dich bitte nicht, wenn es Dir nicht gleich gelingt, „müssen“ aus Deinem Wortschatz zu verbannen. Darum geht es auch gar nicht! Manchmal muss 😉 man`s einfach sagen. Und das ist völlig okay!

Wichtiger ist, dass Du immer mal wieder bewusst darauf achtest:
Was macht das eigentlich mit mir, wenn ich dieses oder jenes sage bzw. denke? Was kommen für Gefühle, Gedanken oder Bilder hoch?

Und wenn Du feststellst, ein bestimmtes Wort oder auch ein Satz macht Dir eher negative Gefühle, dann überlege: Wie könntest Du dieses Wort, diesen Satz zukünftig anders formulieren; neutraler, positiver?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar zum Thema.

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